Perspektivteam des BLLV Niederbayern zu Gast an der Universität Passau
Zweitägige Fortbildung zu aktuellen Entwicklungen in der Lehrkräftebildung
Am 27. und 28. Februar 2026 nahm das Perspektivteam des BLLV Niederbayern an einer zweitägigen Fortbildung im DiLab der Universität Passau teil. Unter der Leitung von Dr. Sabrina Kufner (Wiss. Referentin am Zentrum für Lehrkräftebildung und Fachdidaktik der Universität Passau) erhielten die Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in zentrale Zukunftsthemen der Lehrkräftebildung in Bayern.
Tag 1 – Metaebene: Expertengutachten und gestufte Standards
Der Freitag stand im Zeichen der strukturellen Weiterentwicklung der Lehrerbildung. Zum Auftakt arbeiteten die Teilnehmenden kreativ mit LEGO‑Steinen und entwickelten gemeinsam Visionen einer „Schule der Zukunft“. Die Methode sollte verdeutlichen, dass große Dinge ganz klein beginnen und groß gedacht werden dürfen.
Im Anschluss stellte Dr. Kufner das Expertengutachten zur Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung in Bayern vor. Dieses betont die Notwendigkeit einer evidenzbasierten, professionsorientierten Ausbildung und formuliert klare Empfehlungen – von der Stärkung der Praxisanteile über die Kohärenz zwischen den Ausbildungsphasen bis hin zur Reform des Vorbereitungsdienstes.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Vorstellung der Gestuften Passauer Standards, die als verbindliche Orientierung für Kompetenzentwicklung in Studium, Referendariat und Beruf dienen sollen. Die Standards konkretisieren, was Lehramtsstudierende, Referendarinnen und Referendare sowie Lehrkräfte am Ende jeder Ausbildungsphase können sollen – und machen damit Erwartungen transparent.
Tag 2 – Ab ins Konkrete: Selbstreguliertes Lernen und OER
Der Samstag widmete sich der Unterrichtspraxis. Im Mittelpunkt stand das Selbstregulierte Lernen (SRL), das als Schlüsselkompetenz für zeitgemäßen Unterricht vorgestellt wurde. Selbstreguliertes Lernen ist kein Konzept, bei dem Lernende einfach tun, was sie möchten, sondern ein strukturierter und reflektierter Prozess.
Die Teilnehmenden arbeiteten mit dem Drei‑Phasen‑Modell (präaktional – aktional – postaktional) und diskutierten, wie Aufgaben so gestaltet werden können, dass sie Metastrategien fördern und Lernprozesse sichtbar machen. Besonders eindrucksvoll war die Aussage: SRL = ist das Beste, was unseren Kindern passieren kann.
Im zweiten Teil des Vormittags führte Alexander Fenzl (Wiss. Mitarbeiter am Zentrum für Lehrkräftebildung und Fachdidaktik der Universität Passau) in die Welt der Open Educational Resources (OER) ein. Die Teilnehmenden lernten, wie man offene Materialien findet, rechtssicher nutzt und selbst erstellt. Praktische Tools wie der Lizenzhinweisgenerator, der CC‑Mixer oder OER‑Suchportale wurden vorgestellt. Diese Initiativen fördern den Austausch von Lehrkräften und bieten Zugang zu wertvollen Lehr- und Lernmaterialien.
Ein Fazit mit Blick nach vorn
Die zweitägige Fortbildung bot dem Perspektivteam eine Kombination aus wissenschaftlicher Fundierung, politischer Einordnung und praktischer Unterrichtsentwicklung. Besonders wertvoll war die Verbindung aus strukturellen Fragen – wie der Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung – und konkreten Werkzeugen für den Unterrichtsalltag.
Die Teilnehmenden nahmen zahlreiche Impulse mit:
- ein vertieftes Verständnis der aktuellen Reformprozesse,
- praxisnahe Einblicke in die gestuften Standards,
- konkrete Methoden zur Förderung selbstregulierten Lernens,
- sowie rechtssichere Wege zur Nutzung und Erstellung von OER.
Damit stärkt das Seminar nicht nur die individuelle Professionalität der Teilnehmenden, sondern auch die Arbeit des Perspektivteams im Verband – ganz im Sinne einer modernen, zukunftsorientierten Lehrkräftebildung.
